„Vegan Starterkit“

Endlich vegan!!!

Welcome to the vegan community !

Egal, ob Du aus ethisch – moralischer Überzeugung zum Veganer wurdest / wirst, egal ob du  aus gesundheitlichen Gründen für dich entschieden hast, keine tierischen Produkte mehr zu essen oder  du einfach nur neugierig auf eine neue Erfahrung bist  oder  du eine Wette verloren hast : Hier ist dein „Erste-Hilfe-Ratgeber“, denn du wirst sehr bald feststellen, dass es an gewissen Stellen eine Herausforderung sein kann,  konsequent vegan zu  sein.

Vielleicht bist du auch noch nicht so weit und „isst gar nicht soviel Fleisch“- dieser Satz ist in Gänsefüßchen gesetzt, weil du diese stramme Behauptung sehr, sehr oft  in der nächsten Zeit selber zu hören bekommen wirst und du auch sehr schnell feststellen wirst, dass das in den wenigsten Fällen stimmt. Erst in dem Moment, wo du dich mit dem Thema WIRKLICH beschäftigst, fällt dir nämlich auf, worin überall tierische Inhaltsstoffe zu finden sind.  Und um Dir den Einstieg so leicht wie möglich zu machen und Dich vor den Klippen und Barrikaden zu schützen, gegen die so mancher „Neuling“ gerät, habe ich einen kleinen Infoguide geschrieben und hoffe, dass er Dir helfen wird. Ich selber bin seit ca. 1½ Jahr Veganerin, war vorher 23 Jahre lang Vegetarierin  und habe in den letzten Monaten sehr viel Zeit damit  verbracht, Wissen zu sammeln. Unsere Gesellschaft befindet sich im Wandel und es wird jeden Tag ein bisschen leichter, vegan zu leben. Inzwischen können immer mehr Menschen mit dem Begriff überhaupt etwas anfangen, in Supermärkten gibt es die ersten veganen Produkte, viele Firmen kennzeichnen inzwischen ihre Produkte, es gibt Internetforen und Blogs, die aus dem virtuellen Boden schießen, es gibt Regionalgruppen,  Vegan – Buddies, unglaublich tolle Literatur usw. usw. usw.! Und Du bist gerade dabei, ein Teil dieser Bewegung zu werden. Wenn ich mich anfangs noch  wie ein Außerirdischer gefühlt habe, begegne ich den fragenden, skeptischen und manchmal auch entsetzten Blicken  mit stolzgeschwellter Brust. Vegan  sein macht selbstbewusst, denn irgendwann findet man heraus, dass man nicht nur etwas Besonderes ist, weil man gegen den Strom schwimmt, sondern auch  etwas verdammt Gutes tut – für sich, seine Gesundheit, die Tiere sowieso und  für unseren Planeten.

Das muss man sich auch immer wieder bewusst machen, denn nicht immer stößt man auf Verständnis und Akzeptanz – sei es im Freundeskreis, in der Familie, auf der Arbeit bei Kollegen etc. und gegen diverse Kommentare muss man sich möglichst bald ein dickes Fell zulegen… „Wer sich auf den veganen Weg macht, löst bei seinen Mitmenschen deren Schatten aus (Jumana Makutat)“.

Außerdem ist es anfangs eine Umstellung – man greift im Supermarkt nicht mehr an die gleichen Stellen, man liest Zutatenlisten, man fragt sich durch Restaurants und Cafés durch, man muss sich hier und da organisieren und vorbereiten – für Planungsmonster wie mich kein Problem, aber es gibt ja auch die „Wunderbarspontanen“, die dann schnell feststellen, dass die vegane Lebensweise noch nicht in jedem Hotelfrühstück angekommen ist und man beim Geschäftsessen im Steakhaus, auf der Geburtstagsparty mit non-veganem Buffet und auch auf dem  Weihnachtsmarkt nicht immer für einen gesorgt ist, wenn man es nicht selber tut.  Freunde, die Zeiten werden sich ändern – versprochen! Als ich vor fast 24 Jahren  Vegetarierin wurde, war das genauso spooky für die meisten Menschen – heute ist es gesellschaftsfähig und kein Problem mehr. Und auch die Fälle von Gluten- und Laktoseunverträglichkeit nehmen rasant zu – auch darauf wird sich die Menschheit immer mehr einstellen.  Und auf uns Veganer wird sie es über kurz oder lang auch tun müssen, denn wir werden täglich mehr und zwar in „7 Meilen Schritten“. Bis dahin müssen wir halt für uns selbst (vor)sorgen und vegane Brote schmieren, selbst Salate zu Buffets beisteuern, Hotels vorher informieren, damit sie für uns entsprechend einkaufen können und unsere Freunde in vegane Restaurants schleifen. „Für die meisten Menschen ist Veganismus keine dringend gebotene Lebensweise, um Umweltzerstörung zu vermeiden und Grausamkeiten zu verhindern, sondern Dein ganz persönliches, bedauerliches Problem (Karen Duve)“.

Die ein oder andere Überraschung werde ich Dir nicht ersparen können – tierischen Inhalt findest Du  in Dingen, in denen Du es jetzt gerade noch nicht vermuten würdest und vor allem: Es steht nicht drauf, was es leider etwas schwerer für uns macht.  In Wein ist oft Gelatine oder Fischblase enthalten, in manchen Chips-Sorten Schweineschmalz, in Knöpfen, Würfel und Schachfiguren können Rinderbeinknochen enthalten sein, in Haarspray, Shampoo etc. ist tierisches Huf und Haar in Form von Keratin enthalten, Tennisschläger sind aus Tierdärmen, in vielen Jacken stecken Daunen, die meisten Menschen haben unzählige Dinge aus Leder …  Wenn Du aus Tierschutzgründen heraus Veganer werden möchtest und das konsequent leben willst, kommst Du leider nicht drum herum, Dich zu informieren: Wo Du dann  für Dich eine Grenze ziehst, was für Dich  „No-Gos“  sind und was für Dich vertretbar ist, das kannst nur Du alleine entscheiden  und da solltest Du Dir auch von niemandem reinreden lassen – erst recht nicht von Leuten, die sich die Haare ihres echten Pelzkragens aus dem Gesicht streifen und denen noch das Mettbrötchen von eben gerade zwischen den Zähnen steckt!

Nur keine Panik – das Leben ist schön !

Es ist ganz wichtig, dass du deinen Weg findest und nicht so schnell aufgibst – es ist aber auch wichtig, dass du kein Dogma draus machst, dich komplett verbiegst und unglücklich  darüber wirst. Je mehr du nämlich in die Materie einsteigst, desto mehr wirst du erfahren, was du vielleicht nie wissen wolltest. Du hast jetzt schon, in diesem Moment, eine Entscheidung getroffen: Nicht mehr länger wegzusehen. Automatisch offenbaren sich Wahrheiten, wenn man in das Thema Veganismus / Tierschutz einsteigt, die einen berühren, einen aufwühlen und einen auch manchmal wütend und traurig machen werden und es ist gut, dass es Menschen wie dich gibt, die gegen den Reflex ankämpfen,  wegzuschauen und einfach so weiterzumachen wie bisher.  Du bist einer der mutigsten Menschen überhaupt, denn du hast den Mumm, einen anderen Weg einzuschlagen als alle die, die sich in der bequemen Meinungsmitte wohlfühlen und verdrängen, dass ihrem kurzen Gaumenglück endloses Leid und Angst und Tod vorangehen. Du veränderst Dein Konsumverhalten, legst Zeugnis dadurch ab und bist Vorbild und Multiplikator. Aber dadurch, dass du dich nicht mehr länger mitschuldig machst am Verbrechen gegen die Tiere, löst du bei vielen Menschen eine reflexartige Abwehrhaltung aus – du wirst vielen erklären und dich oft rechtfertigen müssen, du wirst dich manches Mal wie ein Außenseiter fühlen  und nicht immer wird der Verzicht leicht fallen. Doch  wenn Du Dich daran erinnerst, wogegen Du durch Dein Verhalten „protestierst“, ist das Motivation genug, nicht mehr umzukehren.  Wer Dich angreift, weil Du eine starke Persönlichkeit und Rückgrat hast,  weiß es meistens nicht besser. Die wenigsten Menschen haben jemals hinter die Kulissen geschaut und wollen es auch nicht – es ist immer leichter wegzusehen, als sein Verhalten  überdenken und eventuell ändern zu müssen und nicht jeder Mensch findet jemals den Mut dazu.  „Wenn man die Schmerze der Tiere wie seine eigenen spürt, dann sieht man die Welt mit anderen  Augen, dann trifft jede  Verspottung einen mitten ins Herz. Wenn man sich für Tiere engagiert, dann weiß man um die Härte der Gesellschaft in diesem Thema – jedes Auslachen wird eine Nadel, jeder gezeigte  Vogel zur Ohrfeige, jedes << Tiere sind   zum  Essen da >> trifft die Seele und es schmerzt umso mehr, wenn man gegen geliebte  Menschen diskutieren muss (Marsili Cronberg)“.

 Uns allen fällt eine Rolle zu: Opfer oder Täter – ein Dazwischen  gibt es nicht – ich kann nur eine Türe aufstoßen, durchgehen muss jeder selber !!!

Ich versuche, mit diesem kleinen Ratgeber, einige  Infos zusammenzutragen, damit Du es leichter hast!

Viel Spaß beim Lesen und Stöbern  !!!

Eure Natalie